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By Wolfgang Fiegenbaum

Die Behandlung von Angsten und Phobien gehort seit Beginn der Entwicklung und Oberpriifung therapeutischer Methoden zu den bedeutenden Forschungsbe­ reichen der klinischen Psychologie. Kaum ein anderer Forschungsbereich vermag ein derart vollstiindiges Abbild der methodischen und theoretischen Entwicklun­ gen und Stromungen der Therapieforschung in den letzten 20 Jahren zu geben. Dies sei an zwei Beispielen aus dem Gegenstandsbereich dieser Arbeit aufge­ zeigt. Die erst en Untersuchungen zu Wirkvariablen von Konfrontationstherapien bei angstmotlVlertem Vermeidungsverhalten wurden mit Tierexperimenten und Therapieanalogstudien durchgefiihrt. Die Zweifel an der Obertragbarkeit der Ergebnisse auf die Behandlung komplexer psychischer Storungen fiihrten dazu, daB mittlerweile kontrollierte klinische Untersuchungen mit schwer gestorten Klienten (vorwiegend Agoraphobikern) deutlich iiberwiegen. Parallel zu dem veriinderten methodischen Herangehen wurden auch die Erkliirungskonzepte psychischer Storungen komplexer: Wiihrend in den 60er Jahren Modelle mit wenigen beobachtbaren Variablen zur Erkliirung von Angstphiinomenen verwen­ det wurden, gewannen in der zweiten Hiilfte der 70er Jahre u.a. kognitive Theorien an Bedeutung. In jiingster Zeit richtet sich das Forschungsinteresse hier auf die liingerfristigen Handlungspliine des Individuums, seine konkreten Lebensbedingungen und sein soziales Umfeld. Die komplexer werdenden Sichtweisen psychopathologischer Phiinomene fiihr­ ten zwangsliiufig zu komplexeren Behandlungsangeboten und zur Oberpriifung der Auswirkungen von Therapien auf die verschiedensten Lebens- und Storungs­ bereiche. Der Enthusiasmus z.B. der friihen Verhaltenstherapie ist Zweifeln gewichen, ob einfache Techniken fiir komplexe Storungen hinreichend sind. Auch wir haben in diesem Sinne in der vorliegenden Untersuchung das Angebot einer Konfrontationstherapie fiir Agoraphobien urn eine problemloseorientierte Gruppentherapie erweitert.

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LEHR (1972) gibt einen umfangreichen Oberblick fiber differentialpsychologische Untersuchungen zum schlechtsspezifischer "Problem Verhaltensweisen" (LEHR, der Sozialisation 1972, s. 886). geSie zieht den SchluB, daB insbesondere die Bereiche Aggressivitat, Unab- 40 hiingigkeit und Selbstbehauptung als Schliisselvariablen anzusehen sind, durch die sich miinnliches und weibliches Rollenverhalten definieren liiBt. , 1970; MACCOBY & MASTERS, 1970; GOLDSTEIN FODOR, 1979). Die entwicklungs- psychologischen Forschungsergebnisse in diesem Bereich faBt HOFFMANN (1972, S.

Furchlreize oder Angsllichkeili nein nein Inlropsych ische Prozesse Aufmerksomkeitsveriinderung Angsl ols 8egleilemofion Angriff Arger ols 8egleilemolion Abbildung 4: Schema der Angstauslosung und -verarbeitung nach der Theorie von LAZARUS (1966; iibersetzt v. KROHNE, 1976). Aus BUTOLLO, 1979, S. 61. (1) Situationsbewertung (primary appraisal) Hier wird die Situation hinsichtlich ihrer Bedrohlichkeit eingeschatzt. Eine Bedrohung liegt vor, wenn nach der subjektiven Einschatzung des Individuums die Realisierung wichtiger Motive gefahrdet solche ist.

Innerhalb seines Makromodells an phobie-unterstutzenden Faktoren der Um_elt die Interaktion mit der Familie sowie mit guten Bekannten und Freunden und die soziookonomischen Lebensbedingungen. Diese in ihrer Operationalisierung und theoretischen Einbettung auf den erst en Blick sehr unterschiedlichen Aspekte lassen sich zwei Gruppen von Faktoren zurechnen, die die Entstehung und Aufrechterhaltung von Phobien begunstigen konnen ("vulnerability factors"): (1) Personlickeitsvariablen und Agoraphobikers, gelernte Bewaltigungsstrategien des (2) Bedingungen des interaktionellen Umfeldes.

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